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Bernhard Erkelenz von Pax Christi

Liebe für den Frieden Engagierte,

ich bin Bernhard Erkelenz und spreche hier als Mitglied der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi (Frieden Christi), die nach den verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs in Frankreich gegründet wurde und sich von Anfang an für Frieden und Versöhnung eingesetzt hat.

„Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens“ heißt es im biblischen Buch der Weisheit (11,26). - Vor dem Hintergrund von Gewalt und Kriegen, die die Menschheitsgeschichte von den Anfängen bis in unsere Tage durchziehen, könnte man geneigt sein, vom Glauben an Gott, dem Freund des Lebens, abzufallen.

Wie sehr die Welt durch Friedlosigkeit geprägt war und ist, wird uns besonders in diesem Jahr deutlich, in dem wir an das Ende des Zweiten Weltkriegs mit mehr als 50 Millionen Toten, darunter allein zirka sechs Millionen Jüdinnen und Juden, und heute sowie in drei Tagen an den Abwurf von Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki mit Zehntausenden unmittelbaren Toten erinnern.

Wo warst du Gott, du Freund des Lebens?

Gläubigen Menschen stellt sich in diesem Zusammenhang die Theodizeefrage: Wie konnte und kann Gott das millionenfache Leid zulassen, wo er doch der Freund des Lebens, der Allmächtige und Barmherzige ist? Zugegebenermaßen: Auf die so gestellte Frage habe ich keine plausible Antwort. Ich versuche mir Gott und die Welt einmal so vorzustellen, dass Gott jegliches Leid verhindert. Der Mensch wäre dann lediglich eine Marionette an den Fäden in den Händen Gottes. Der Mensch wäre damit seiner Freiheit und Fähigkeit zur Verantwortung beraubt, also nicht mehr (Eben-)Bild, Partner Gottes (Gen 1,27). Bild Gottes zu sein, bedeutet, mit Freiheit und Verantwortung für Handeln und Unterlassen ausgestattet zu sein. Nicht Gott führt Kriege, mordet und unterdrückt, sondern das tun Menschen.

Eine noch immer verbreitete Vorstellung von Gott als Papa, der alles für seine Kinder macht, ist naiv und gefährlich.

Ganz anders im Matthäus-Evangelium: Jesus preist diejenigen selig, die – wörtlich – den Frieden machen (Mt 5,9). Wir Menschen sind die Mitarbeiter – man könnte auch sagen Handlanger – Gottes.

Die nachträgliche Inschrift auf dem Querbalken eines Kreuzes in St. Ludgeri in Münster, dessen Korpus beim Bombenangriff auf Münster die Arme verloren hat, bringt die Verantwortung der Menschen für das Geschehen in der Welt auf den Punkt: „Ich habe [Jesus] keine anderen Hände als die euren.“

Was folgt daraus für uns heute, 75 Jahre nach den ersten Atombombenabwürfen?

Wir müssen daran mitarbeiten, dass die Herstellung, der Besitz und der Einsatz von Atomwaffen und auch anderer (Massen-)Vernichtungswaffen international geächtet werden und dass Deutschland entsprechende Abkommen unterzeichnet und ratifiziert. Konstitutiver Bestandteil eines umfassenden Einsatzes für den Frieden sind das Engagement für Gerechtigkeit, Menschenrechte und Bewahrung der Schöpfung, also Umwelt-, Arten- und Klimaschutz.

Bernhard Erkelenz

 

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