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Mahnwache „Hiroshima“ 6.8.20

Beitrag von Dr. Ilka Werner für den Evangelischen Kirchenkreis und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen

Dieses Frühjahr, dieser Sommer sind geprägt von der Corona-Krise.
Wir können das Virus nicht sehen, aber es ist da. Und die Gefährdung, die es mit sich bringt, steht im Gegensatz zu dem Sommerwetter, das zu unbeschwertem Leben einlädt. Dieser Gegensatz gibt mir das Gefühl von Irrealität.
Und er erinnert mich an das Frühjahr und den Sommer des Jahres 1986, nach dem Supergau im Kernreaktor von Tschernobyl.
Da spürte ich einen ähnlichen Gegensatz: Sommer an der Oberfläche, und die unsichtbare Bedrohung durch die radioaktive Strahlung darunter.
Die meisten können sich daran erinnern, wie diese Zeit war, und die, die zu jung sind und sie nicht oder als kleine Kinder miterlebt haben, wissen, was ihre Eltern damals getan haben.
Tschernobyl 1986 war ein Unfall.
Und schon der wirkt über Generationen hinweg.

Der Abwurf der ersten und zweiten Atombombe auf Hiroshima am 6. August 1945 und auf Nagasaki zwei Tage später war kein Unfall.
Zehntausende starben sofort. Zehntausende starben später an den Folgen. Hundertausende wurden in ihrem Leben beeinträchtigt, versehrt, und ihre Pläne und Träume wurden zunichte. Hiroschima wirkt schon über drei, vier Generationen hinweg.
Bis ins dritte und vierte Glied.

Und immer noch gibt es Menschen und Regierungen, die Atomwaffen für beherrschbar und einsetzbar halten, die auf Abschreckung setzen und es in Kauf nehmen, von Neuem das Leben von Abertausenden und über Generationen hinweg zu zerstören oder zu beschädigen.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, hat in einem Grußwort zum 24 Stunden-Gebet am Fliegerhorst Büchel in der Eifel gesagt: „Atombombenabwurf ist ein Verbrechen gegen die eine Menschheit“. Er hat Recht.
Wir, die wir Tschernobyl in Westdeutschland erlebt haben, wissen, dass wir uns eben nicht vorstellen können, um wieviel grauenhafter die Wirkung einer bewusst geworfenen Atombombe ist. Und wie viele Generationen davon betroffen werden.
Die Evangelische Kirche im Rheinland fordert in ihrem Friedenswort 2018 „auf dem Weg zum gerechten Frieden“ den Abzug der Atomwaffen in Büchel und anderen Standorten in Europa und die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags von 2017 durch die Bundesregierung.

Der Prophet Jesaja sieht in seiner großen Friedensvision, wie die Menschen Schwerter zu Pflugscharen schmieden.
Und dass sie nicht mehr lernen, Krieg zu führen.
Was man aus Atomwaffen machen kann, konnte der Prophet noch nicht sehen. Es ist unsere Aufgabe, sie unschädlich zu machen und stattdessen Werkzeuge für den Frieden zu bauen.
Und es ist unsere Aufgabe, die nächste Generation nicht mehr zu lehren, Krieg zu führen, sondern Friedensstifter und Friedenstifterinnen zu werden.

 

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