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Gedenkfeier im Bundestag - Stimmen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble warnte vor neuen Formen von Rassismus und Antisemitismus. «An Gedenktagen wird stets Verantwortung angemahnt, aber werden wir ihr auch gerecht? Auch bei uns zeigen sich Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit wieder offen, hemmungslos, auch gewaltbereit.“ Er beklagte in seiner Rede, dass jüdische Einrichtungen von der Polizei geschützt werden müssten. «Juden verstecken ihre Kippa, verschweigen ihre Identität. In Halle entkam die jüdische Gemeinde nur durch einen Zufall einem mörderischen Anschlag», Nach Jahrzehnten der Zuwanderung dächten deutsche Juden über Auswanderung nach. «Und das beschämt uns. Es ist niederschmetternd, eingestehen zu müssen, unsere Erinnerungskultur schützt nicht vor einer dreisten Umdeutung oder sogar Leugnung der Geschichte» «Und sie schützt auch nicht vor neuen Formen des Rassismus und des Antisemitismus, wie sie sich auf Schulhöfen, in Internetforen oder in Verschwörungstheorien verbreiten.»

 

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch , berichtete in bewegenden Worten vom Leid ihrer Familie in der NS-Zeit. Sie erzählte, wie ihr die Tränen in die Augen schossen, als die Hausmeisterfrau zu ihr sagte: «Judenkinder dürfen hier nicht spielen.» Wie der Schulweg zum Spießrutenlauf voller Anfeindungen wurde. Wer die heutigen Corona-Maßnahmen mit dem vergleiche, was die Juden einst in Deutschland ertragen mussten, der «verharmlost den antisemitischen Staatsterror und die Schoa». - «Wir dürfen stolz sein auf unsere Bundesrepublik, (...) aber wir müssen sie wehrhaft verteidigen», forderte Knobloch. Antisemitisches Gedankengut und Verschwörungsmythen erhielten wieder mehr Zuspruch - von der Schule bis zur Corona-Demonstration. In ihrem Bekanntenkreis spielten etliche Juden inzwischen mit dem Gedanken, auszuwandern.

 

Kanzlerin Angela Merkel sieht im Gedenken an die Opfer des Holocaust eine «immerwährende Verantwortung Deutschlands» - für heutige und künftige Generationen.

«Ich empfinde tiefe Scham angesichts des Zivilisationsbruchs der Schoa, den Deutschland während des Nationalsozialismus begangen hat», sagte die CDU-Politikerin in einer Videobotschaft zu einer Veranstaltung der Internationalen Allianz zum Holocaust-Gedenken, der Vereinten Nationen (UN) und der UN-Kultur- und Bildungsorganisation Unesco zum Holocaust-Gedenktag.

«Offenem wie auch verdecktem Antisemitismus, der Leugnung wie auch der Relativierung des Holocaust müssen wir uns mit aller Entschiedenheit entgegenstellen». - Besonders dankte die Kanzlerin den Überlebenden, die die Kraft aufbringen würden, ihre Lebensgeschichten zu erzählen.

(© dpa-infocom, dpa:210127-99-186283/8)

 

Sulzbacher Torarolle von 1793

Ein kurzer Film über die in Israel restaurierte Sulzbacher Torarolle von 1793 ergänzt die Gedenkstunde. Die Torarolle wird am Ende der Gedenkstunde in einer feierlichen Zeremonie unter Beteiligung der Repräsentanten der Verfassungsorgane, der Gedenkrednerin Charlotte Knobloch, des Amberger Rabbiners Elias Dray und des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster , im Andachtsraum des Bundestages im Reichstagsgebäude fertiggestellt werden – als Symbol staatlicher Selbstverpflichtung, jüdisches Leben in Deutschland zu schützen und dauerhaft zu ermöglichen. Begrüßungsworte sprechen Elias Dray und Rabbiner Shaul Nekrich

 

Rede von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble

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