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USA: Es geht auch anders - Beispiele für einen sachlichen Dialog

Die Menschen waren uneins wie nie zuvor. Die Meinungen gingen extrem auseinander. Gespräche wurden aggressiv und schwierig.
Das Forum Politik und Geschwisterlichkeit versuchte dem entgegen zu steuern und verbreitete Workshops mit dem Titel:

"5 Schritte zu einem positiven politischen Dialog".

In diesen Workshops lernten und praktizierten die Teilnehmer notwendige Methoden für einen positiven Dialog trotz aller politischen Meinungsunterschiede.

Dieser Dialog zeigt folgende Schritte auf:
1) Daran glauben, dass man auch die Politik positiv sehen kann;
2) sich in einer Kommunikation üben und vervollkommnen, die auf der Liebe basiert;
3) verstehen lernen, wann ein Kompromiss angebracht ist;
4) in Hindernissen und Schwierigkeiten ein Sprungbrett zu einer größeren Liebe sehen;
5) in der Stadt Beziehungen durch konstruktive Aktionen aufbauen

Dazu John Chesser (Iowa): "Immer zwei, die gegensätzliche Positionen vertraten, trafen sich zum Gespräch. Einer begann damit, seine Einstellung zu erklären, und der andere musste diese wiederholen, bevor er seine eigene Meinung vertreten durfte. Das Ergebnis war sehr interessant. Die beiden Gesprächspartner haben nicht nur begonnen, die Meinung des anderen zu achten, sondern haben auch ihre eigene Überzeugung dadurch neu überdacht. Wir haben die großen Weltprobleme nicht gelöst, aber wir haben das Werkzeug bekommen, um einen Dialog unter uns zu führen."

verschiedene Leute jeweils im Zweiergespräch

Mit dem Näherrücken der Präsidentschaftswahlen im November 2016 verhärteten sich die Fronten noch stärker, und das überall: in den Familien, am Arbeitsplatz, auf allen gesellschaftlichen Ebenen.

Dazu Marilyn Boesch (Maryland): "Ich war aufgeregt, aber dann hat sich mein Gewissen gemeldet: Ich wollte doch ein Mensch sein, der die Einheit bringt und Brücken baut und nicht jemand, der Spaltungen hinnimmt oder sogar fördert."

Marijo Dulay (New York): "Zuerst habe ich mich ziemlich aufgeführt, aber dann habe ich mehr darauf geachtet, was ich in den sozialen Netzwerken postete, um diejenigen, die anders dachten als ich, nicht zu verletzten."

Simona Lucchi (Georgia): "Mein Reden und meine Aufschreie führten zu nichts, ganz sicher führten sie nicht dazu, dass der andere seine Meinung änderte. So habe ich damit aufgehört und erst einmal zugehört, wenn die anderen ihre Motive darlegten. Dabei habe ich festgestellt, dass wir immer etwas gemeinsam haben, das wir unterstreichen können."

In der allgemeinen Verwirrung im Land fand diese Form des Dialogs auch Interesse auf akademischer Ebene. In New York, mitten in Manhattan, bemüht man sich an der Fordham Law School um einen offenen, positiven und sachlichen Dialog zu Themen, die Religion und Gesetz betreffen. In diesem Zusammenhang hat die Dozentin Ana Días den 5-Schritte-Workshop angeboten:
"Viele waren gekommen, um zu sehen, ob Dialog auf dem Höhepunkt der Polarisierung überhaupt noch möglich war." Nach der Vorstellung der "5 nötigen Schritte" zum Dialog stellten die Teilnehmer fest, dass man durchaus sachlich über unterschiedliche Meinungen diskutieren kann, ohne in uferlose fanatische Debatten zu verfallen. Auch die radikalsten Typen haben sich darauf eingelassen.

Zwei Monate später, als die neue Regierung die Staatsgeschäfte übernahm, ging es wieder los. Auch an der Georgetown Law School in Washington spalteten sich die Studenten in zwei Lager. Amy Uelmen, die Autorin des Buches: "Five Steps to Positive Political Dialogue: Insights and Examples" schlug Dozenten und Studenten diese Methode vor.

Das Ergebnis war überraschend angesichts der erhitzten Gemüter: "Wir haben tatsächlich feststellen müssen, dass wir in den Diskussionen sehr oft Stereotype verwenden, von falschen Informationen ausgehen und gar nicht wirklich begreifen, bzw. begreifen wollen, um was es dem anderen geht. Der Workshop hat uns geholfen, sachlich zu argumentieren, offen für andere Meinungen zu sein, uns auch korrigieren zu lassen. So ist es uns gelungen, Schwierigkeiten auszuräumen, die aus gegensätzlichen Überzeugungen entstehen."

Die gleichen Anstrengungen wurden auch in Arkansas unternommen, einem traditionell konservativen Staat. Auch hier rief die Wahl des neuen Präsidenten Begeisterung auf der einen und Wut auf der anderen Seite hervor.

Austin Kellerman moderiert eine Fernsehsendung in der Hauptstadt. Zusammen mit Kollegen appellierte er an die Stadt, die verlorene Einheit wieder aufzubauen:
"Wir möchten euch einen Vorschlag dazu machen. Einer unserer erfahrenen Journalisten hat für die Tagesschau einen Beitrag vorbereitet: "There is no them, no us. There is we". Es gibt kein sie und wir. Wir sind alle ein Volk. Natürlich bringt das nicht die Lösung, es ändert auch nicht die Meinung der Leute. Aber es regt zum Nachdenken an, über den eigenen Standpunkt hinaus. Wir versuchen einen offenen Dialog und die ehrliche Darstellung aller Positionen."

 Austin Kellerman, Moderator
(Quelle: New City Press (New York))

Das Buch dazu:

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